Ablauf einer Notfallkonsultation

Inhaltsverzeichnis

Autor: Dr. med. A. Donas (INS)
Version: 01/2020

Konsultationen: Dos and Don'ts

Grundsätzlich entscheidet jeder Assistenzarzt selber, welche Patienten er mit einem Oberarzt besprechen oder ihm zeigen möchte. Das gilt sowohl tags- als auch nachtsüber. Auf Wunsch eines AA wird jeder Patient besprochen.

Folgende Patienten müssen dem Dienstoberarzt (24/7) vorgestellt werden:

  • Säuglinge < 3 Lebensmonate
  • zugewiesene Patienten
  • hospitalisationsbedürftige Patienten
  • vor der Durchführung von Konsilien (chir oder med), Sonographien und schnittbildgebenden Verfahren
  • vor Narkoseeingriffen
  • Kinderschutzpatienten
  • bei Problemen im Umgang mit Patienten oder deren Angehörigen
  • alle aussergewöhnlichen Vorfälle
  • Patienten mit den "Top 4" kinderchirurgischen Notfällen:
    • Hodenschmerzen / Akutes Skrotum
    • Bauchschmerzen / Akutes Abdomen
      - bei V.a. Appendizitis (insb. Zuweisung)
      - akute Unterbauchschmerzen beim Mädchen
      - bei St.n. abdominellen Eingriffen
    • V.a. septische Arthritis / Osteomyelitis
    • Hüftaffektion
      - wenn nicht sicher Coxitis fugax

In der Nacht empfiehlt es sich, mit dem Dienstoberarzt vorgängig abzuklären, ob er über unkomplizierte Aufnahmen wie z.B. Bronchitis oder Gastroenteritis informiert werden möchte.

Chirurgische Patienten werden in der Nacht direkt mit dem diensthabenden Kinderchirurgen besprochen.

Im Zweifelsfall soll informiert werden!

Schockraum Kispi/LUKS

Bei Anmeldung eines potentiell schwer kranken Kindes erfolgt ein kurzes telefonisches Assessment des AZ und der Vitalparameter (gemäss Checkliste). Dies gibt Anlass mit dem Zuweiser ggf. Sofortmassnahmen oder den Zuweisungsmodus zu besprechen und auf dem Notfall die nötigen Vorbereitungen zu treffen.

Hierbei zu beachten:
Schockraumkonzept

Notfallausweise

Wir haben einen speziellen Ordner "Notfallausweise" für Kinder, welche in irgendeiner Form ein vordefiniertes Prozedere oder spezifische Risikofaktoren mitbringen (z.B. Stoffwechselnotfälle, Epileptiker usw). Er ist alphabetisch geordnet und wird aktuell gehalten. Bei bekannten Kindern soll dort aktiv nachgeschaut werden:


W:\Ki-Lu\Pädiatrie\Patienten\Notfallausweise INS

Triageinformationen

Alle Patienten (ausser geplante Nachkontrollen) werden nach ATS triagiert und eine pflegerische Anamnese wird erhoben. Es werden situativ Vitalwerte kontrolliert und erste therapeutische (z.B. Analgesie) und diagnostische (z.B. Anmeldung Röntgenbilder) Entscheide nach Protokoll gefällt.

JedeR ist dafür verantwortlich, die Konsultation mit den entsprechend schon vorliegenden Informationen zu beginnen.

Verordnungen

In der Quicklist finden sich die am häufigsten verwendeten Verordnungen. Ausserdem werden durch die Benützung der Verordnungen, welche sich in der Quicklist befinden, potentielle Fehler (und Umwege) vermieden.

Eine elektronische Verordnung ersetzt nicht die mündliche Information an den Verordnungsempfänger, sei dies die zuständige Pflege, die Radiologie, den Konsiliardienst etc.

Im Zweifelsfall soll immer eine zusätzliche Person hinzugezogen werden, sei dies die zuständige Pflege, eine andere Stationsärztin oder der Oberarzt.

Zuweisungen in andere Sprechstunden

Wenn es um Nachkontrollen geht, welche nach Austritt stattfinden sollen, werden diese elektronisch getätigt ohne eine zusätzliche mündliche Information. Einzige Ausnahme bildet hier noch das Gipszimmer, dort verwenden wir immer noch die Zuweisung auf Papier im Doppel (Patienten müssen Termin telefonisch abmachen).