Anleitung zur Glukosesubstitution iv bei Stoffwechselkrankheiten mit Risiko zur Hypoglykämie

Inhaltsverzeichnis

Autoren: Prof. T.J. Neuhaus (Kindernephrologie) / Dr. M. Lurà (stationäre Pädiatrie) / Dr. T. Schmitt-Mechelke (Metabolik und Neuropädiatrie) / Dr. A. Donas (Interdisziplinäre Notfallstation INS)
Version: 09/2020

Grundlagen

Patienten mit zahlreichen Stoffwechselerkrankungen wie z.B. MCAD, Glykogenosen; haben ein erhöhtes Risiko zur Hypoglykämie, insbesondere auch im Rahmen von "harmlosen" Infektionen oder längeren Fastenperioden

Ziel

Rasche und sichere intravenöse Zufuhr von Glukose; einerseits zur Hypoglykämie Korrektur, andererseits um den mittelfristigen Glukosebedarf zu decken.

Glukose-Dosis

1. Symptomatische Hypoglykämie: Korrektur

► 200mg Glukose/kgKG i.v. = 2ml/kgKG Glukose 10% i.v. über 1-2 Minuten

⇒ sh auch Merkblatt Hypoglykämie

2. Mittelfristige Glukosesubstitution (individuelle Patientendosis steht im Notfallplan, unter W:\KiLu\Pädiatrie\Patienten\Notfallausweise INS)

Startdosis: meist 8 - 10 mg/kg pro min

Erhaltungsdosis 5 - 8 mg/kg pro min

Glukoselösungen

  1.  Grundinfusion: Ringer-Acetat Glukose 5%
  2. Wenn zusätzliche Glukose nötig: Glukose 40% (über 3-Weghahn, parallel)
    • Cave 1!: Verhältnis Ringer-Acetat Glukose 5% : Glukose 40%  immer ≥ 3 : 1, da Glukose 40% sehr Venentoxisch
    • Cave 2!: reine Glukose 10% ausser bei Neugeborenen und zur akuten Korrektur einer Hypoglykämie verboten, da grosse Mengen an freiem Wasser verabreicht wird

Berechnung der nötigen Infusionslaufraten

► immer mit der Excel-Tabelle: wie im Merkblatt Rehydrierung bei akuter Gastroenteritis

Beispiel: Pat mit Gewicht von 9,5 kg und Glucose-Bedarf von 9 mg/kg/min

Umstellung auf per os

Sobald AZ besser / die Einnahme von Glukose/Kohlenhydraten per os wieder möglich ist